Unter der Oberfläche von Zürich-Witikon schreitet ein zentrales Infrastrukturprojekt planmässig voran. Als Projekt- und Bauleitung freuen wir uns sehr über den erfolgreichen Durchstich des dritten Tunnelvortriebs im Projekt «15068 Wehrenbachhalde» – ein weiterer bedeutender Meilenstein.
Mitte Februar war es soweit: Die Vortriebsmaschine «Albina» durchstiess den dritten Abschnitt im Microtunneling-Verfahren. Dabei bewältigte sie 248,81 Meter Vortrieb und rund 40 Meter Höhendifferenz. Sowohl eine horizontale Kurve (R = 160 m, L ≈ 63 m) als auch eine vertikale Kurve (R = 400 m, L = 32 m) wurden präzise und erfolgreich durchfahren.
Der Vortrieb erfolgte unter sehr anspruchsvollen Randbedingungen: 40 Meter Höhendifferenz zwischen Start- und Zielschacht mit entsprechendem hydrostatischem Druck, eine dezentrale Separierungsanlage mit langen oberirdischen Förder- und Speiseleitungen, die anspruchsvolle Linienführung im Übergangsbereich zwischen Molasse und Fels, schwierige Topografie mit teils schwer zugänglichem Gelände sowie die Einhaltung der Schutzzonen von Quellfassungen und der Gewässer Stöckentobelbach und Wehrenbach.
Hintergrund des Projekts ist die Umsetzung einer GEP-Massnahme, mit der die regelmässige Verschmutzung des Stöckentobelbachs durch Mischwasserüberläufe künftig verhindert werden soll. Die bestehenden Mischabwasserkanäle in der Wehrenbachhalde und der unteren Waserstrasse stossen bei starken Regenereignissen an ihre Kapazitätsgrenzen. Auch das Regenüberlaufbecken in der Waserstrasse ist zu klein dimensioniert und entlastet zu früh in den Bach.
Ein zentraler Projektbaustein ist ein neuer Speicherkanal DN 2400, der grabenlos im Microtunneling-Verfahren mit Bentonit-gestützter Bohrung erstellt wird. Ergänzt wird er durch ein dreigeschossiges Drosselbauwerk, einen Entlastungskanal und ein Entlastungsbauwerk. Weitere Mischabwasserkanäle entstehen ebenfalls im grabenlosen Vortrieb.
Parallel dazu werden im Projektperimeter Werkleitungen für Wasser, Gas und Elektrizität erneuert. Einzelne Abschnitte der Wasserleitungen werden mittels grabenloser Spülbohrung ausgeführt. Abschliessend wird die Strasse im gesamten Projektgebiet instand gestellt; ein Abschnitt der Wehrenbachhalde wird zusätzlich als Begegnungszone mit verbreiterten Trottoirs und neuen Baumpflanzungen aufgewertet.