News: 17.03.2026

Revitalisierung des Rütibachs

Wo der Rütibach bei Istighofen früher über ein vier Meter hohes Betonbauwerk in die Thur stürzte, ist heute ein lebendiger Mündungsbereich entstanden. Mit der im Jahr 2023 umgesetzten Sanierung wurde die ökologische Durchgängigkeit wiederhergestellt und im Mündungsbereich ein vielfältiger Auenlebensraum geschaffen. Wir waren in diesem Projekt verantwortlich für Konzeptentwicklung, Planung sowie die Bauleitung der Revitalisierung. Im Bereich der Wiederansiedlung der Deutschen Tamariske arbeiteten wir eng mit der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) zusammen.

Im Auftrag des Amts für Umwelt des Kantons Thurgau realisierten wir das Projekt «Sanierung Mündung Rütibach» als vorgezogene ökologische Massnahme im Rahmen des Konzepts «Thur3». Ziel war es, die Fischgängigkeit sicherzustellen, die Längsvernetzung zwischen Rütibach und Thur wiederherzustellen und dem Gewässer mehr Raum für eigendynamische Prozesse zu geben.

Als bestmögliche Lösung wurde ein flacher, breiter Deltabereich mit einem kurzen und steilen Rauhgerinne-Beckenpass befunden. Diese Bauweise ersetzt das frühere Absturzbauwerk und ermöglicht Fischen wieder den Aufstieg. Gleichzeitig entstand ein strukturreicher Übergangsbereich mit Kiesflächen, Seitenarmen und unterschiedlichen Wasserständen – wichtige Voraussetzungen für vielfältige aquatische und terrestrische Lebensräume. Auch der angrenzende Wald wurde ökologisch aufgewertet und mit auentypischen Gehölzen ergänzt.

Deutsche Tamariske
Ein zentrales Element des Projekts war zudem die Wiederansiedlung der Deutschen Tamariske (Myricaria germanica), einer für Flussauen typischen, im Mittelland jedoch weitgehend verschwundenen Pflanzenart. Die WSL entwickelte die Anzucht. Stecklinge und Saatgut aus dem Alpenraum wurden vorgezogen und in mehreren Etappen im Projektperimeter ausgepflanzt. Erste Individuen haben sich bereits etabliert. Ziel ist es, mit einer kleinen Gründerpopulation langfristig wieder eine standorttypische Auenart im neu geschaffenen Bachdelta zu verankern.

Zwei Jahre nach Bauabschluss sind die Veränderungen im Mündungsbereich bereits deutlich sichtbar. Das neu entstandene Bachdelta entwickelt sich eigendynamisch weiter und zeigt, wie ökologische Aufwertung und Gewässerrevitalisierung umgesetzt werden können.

Weitere Infos

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Reto Albert
Teamleitung
Teamleiter Gewässer
Pflanzschulstrasse 17
8400 Winterthur